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Ernährung nach der TCM

September 25th, 2010 | Posted by Martin in Allgemein
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Essen gegen die herbstliche Kälte

Wer ständig friert, sollte nicht zu viel Joghurt, rohes Obst und Gemüse essen. All das sind kühlende Lebensmittel, so die traditionelle chinesische Medizin. Auch nicht jedes Heißgetränk bringt wohlige Wärme. Als Einheizer ungeeignet: Pfefferminz- und Kamillentee. Empfehlenswert dagegen sind lang gekochte Suppen und Eintöpfe. Was ist dran an der chinesischen Ernährungslehre?

Zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gehören nicht nur die Akupunktur, die Therapie mit Kräutern und das Körperausgleichstraining Qigong oder Taiji. Auch die Ernährung spielt in der TCM für die Gesunderhaltung des Körpers eine wichtige Rolle. Chinesen fragen anstatt unseremwie geht es Dir?” einfachhast du gut gegessen und verdaut?”. Wie andere Lehren auch gibt die chinesische Ernährungslehre Tipps und Anregungen, was unserem Körper gut tut. Diese grundsätzlichen Regeln gelten aber nicht für alle, sondern werden immer auch individuell geändert und angepasst.

Statt einheitlicher Tipps, individuelle Diätethik

Grundlage dieser Lehre ist die Einteilung der Lebensmittel in verschiedene, thermische Zustände wie heiß, warm, neutral, erfrischend, kalt. Diese Lebensmittel sind nicht immer wirklich kalt, zum Beispiel werden Zitrusfrüchte der Kategorieerfrischend-kühlzugeordnet und sind daher in der kalten Jahreszeit laut TCM nicht zu empfehlen. So ergeben sich aufgrund der unterschiedlichen Einteilung von Nahrungsmitteln auch zum Teil ganz andere Ernährungskonzepte, die auch den gängigen Ernährungslehren widersprechen. Statt einheitlicher Ernährungstipps geht die Diätethik der TCM immer vom Individuum aus.

Grundlagen der TCM-Ernährungslehre

Dreh- und Angelpunkt einer guten Gesundheit nach der TCM ist einestarke Mitte”, die sich in einer guten Verdauungskraft (demVerdauungsfeuer”) äußert. Durch falsche Ernährung kann das Verdauungsfeuer geschwächt oder zu sehr angefacht werden. Das hat zur Folge, dass unser Körper entweder mit zu wenig Energie oder überschießender Energie versorgt wird. In beiden Fällen entsteht ein Ungleichgewicht und dies ist ein Ausgangspunkt für Krankheiten. Falsche Ernährung macht laut TCM auf Dauer krank. Welche Ernährung für welchen Menschen die richtige ist, wird diagnostisch festgestellt. Dann wird entschieden, wie dieser Mensch sich zukünftig besser ernähren kann. Jedes Nahrungsmittel hat bestimmte Auswirkungen auf den menschlichen Organismus, da es durch eine ganz spezifische Mischung von Eigenschaften charakterisiert ist.

Zu diesen Eigenschaften zählen zum Beispiel:

  1. das Temperaturverhalten (wärmend, neutral, kühlend)
  2. die fünf Geschmacksrichtungen (sauer, bitter, süß, scharf und salzig – die auch den fünf Elementen und dadurch auch Gesundheitstypen zugeordnet werden)
  3. die Farbe
  4. die Konsistenz der Nahrung.

Bei der Auswahl der Nahrungsmittel werden der Gesundheitszustand, die Lebensumstände und Gewohnheiten jedes Einzelnen berücksichtigt. Eine pauschale Ernährungsempfehlung ergibt laut der TCM keinen Sinn. Dennoch gibt es auch einige einheitliche Regeln. Wichtig ist die thermische Wirkung des Essens. Es sollten im Winter wenigkühlendeLebensmittel und im Sommer nicht zu vieleheißeLebensmittel gegessen werden. Zudem soll das Essen lecker schmecken und gut bekömmlich sein. Künstliche Zusätze in Lebensmitteln werden abgelehnt, da sie zuviel Energie aus dem Verdauungsfeuer verbrauchen. Ebenso ablehnend steht die TCM Gerichten aus Tiefkühlprodukten und aus der Mikrowelle gegenüber und rät dazu, saisonale Lebensmittel zu verwenden.

Was schadet dem Verdauungsfeuer?

In der Traditionell Chinesischen Medizin spielt das innere Verdauungsfeuer eine wichtige Rolle. Es ist morgens am stärksten und nimmt im Laufe des Tages ab. So kann man laut TCM Fehler machen, die das Verdauungsfeuer negativ beeinflussen und so eine gute Verdauung und den Energiehaushalt im Körper stören.

Dazu gehören:

  1. ständiges Essen und Naschen (das raubt Energie, weil der Körper stets verdauen muss),
  2. große Mengen Rohkost und rohes Obst (kühlen den Körper aus),
  3. eiskalte Speisen und Getränke (kühlen das Verdauungsfeuersind jedoch im Sommer in Ordnung),
  4. große Mengen Sauermilch- und Milchprodukte (kühlen und verschleimen den Körper),
  5. künstliche Nahrungsbestandteile (rauben Energie),
  6. Tiefkühlkost und Mikrowelle (zu wenigguteEnergie im Essen enthalten)

Ernährungspyramide nach der TCM

Die Zusammensetzung der Nahrung sollte aus sehr wenig rohem Obst und Gemüse bestehen (nur zehn Prozent), da zu viel Energie zum Verdauen nötig ist. Brot, Süßigkeiten, Nüsse, Fette auch nur zu 15 Prozent (Milchprodukte kommen in der TCM kaum vor) – da auch diese Lebensmittel schwer verdaulich sind und viel Energie verbrauchen. Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte, Sojaprodukte sollten wenig gegessen werden. Der Anteil an diesen Lebensmitteln sollte höchstens 15 Prozent in der Nahrung sein. Dafür sollten viel gekochtes Getreide und Nudeln mit einem Anteil von 20 Prozent Grundlage des Essens sein. Gemüse und Obst in gekochter Form, Kartoffeln, Blattsalate, Sprossen sollten mit 40 Prozent den größten Anteil der Mahlzeiten bilden.

Thermische Einordnung der Lebensmittel

Die Einteilung der Lebensmittel erfolgt nach deren thermischer Wirkung im Körper. Diese Einteilung ist eine Erfahrungsmedizin, die viele Patienten bei der Umstellung ihrer Ernährungsgewohnheiten spüren können und bestätigen.

Zu den heißen Lebensmitteln gehören: Hammelfleisch, Schaf, Lamm, Ziege, gegrillte Fleischsorten, Fencheltee, Cognac, Glühwein, Whiskey, Wodka, Korn, scharfe Gewürze, Nelke und Muskat. Diese heißen Lebensmittel sollten eher wenig gegessen werden oder gezielt bei extremer Kälte eingesetzt werden.

Warme Lebensmittel laut TCM sind: Grünkern, Buchweizen, Hafer, Huhn, Fasan, Wild, Fenchel, Lauch, Zwiebel, Schafskäse, Ziegenkäse, Schimmelkäse, Kirschsaft, Rotwein, Reiswein, Kaffee, Aprikose, Rosine, Pfirsich, Walnuss, Pistazie, fast alle Kräuter, sehr viele Meeresfische, Muscheln, geräucherte Fische. Alles Lebensmittel, die laut TCM in der kühlen Jahreszeit Sinn machen oder wenn einem Menschen von innen heraus oft kalt ist.

Zu den neutralen Lebensmitteln gehören: Hirse, Mais, Feldsalat, Rosenkohl, alle Kohlsorten, Karotte, Kartoffel, Erbse, Linse, Dattel, Feige, Pflaume, Kalb, Rind, Hase, Karpfen, Nüssen, Mandeln, Sesam, Maishaartee, Traubensaft, Honig, Malz, Rohrzucker. Die neutralen Lebensmittel stellen die Grundlage der Nahrung dar und von ihnen sollte möglichst viel gegessen werden.

Erfrischende Lebensmittel sind: Dinkel, Weizen, Roggen, Gerste, Reis, Hefe, Sauerteig, Salate, Oliven, Sauerkraut, Spinat, Zucchini, Blumenkohl, Aubergine, Broccoli, Paprika, Sellerie, Spargel, Apfel, Beerenobst, Geflügel, Speiseöle, Milchprodukte, Salbei, Estragon, Kresse, Pfefferminze. Diese Lebensmittel sollten eher im Sommer bei Hitze gegessen werden.

Zu den kalten Lebensmitteln gehören: Tomate, Gurke, Südfrüchte, Mineralwasser, schwarzer Tee, Grüner Tee, Pils, Joghurt. Von diesen sollte generell wenig gegessen werden, es sei denn zum Kühlen bei Fieber und großer Hitze.

Die Lebensmittel aus der neutralen Gruppe bilden die Grundlage jedes Essens. Doch sollte entsprechend der Jahreszeit dazu variiert werden. Im Sommer die kühlenden und kalten Lebensmittel: frisches Obst und Salat, im Winter dagegen wären die warmen und heißen Lebensmittel zu bevorzugen.

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