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Akte „Transfette“

February 23rd, 2011 | Posted by Martin in Allgemein
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Wer häufig zu industriell gefertigte Lebensmittel greift, nimmt Unmengen von Transfetten zu sich. Sie verkrusten nicht nur die Blutgefäße, sondern erhöhen auch das Risiko für Depressionen.

Transfette entstehen bei der Härtung von Pflanzenöl.

Transfette kommen auch in der Natur vor. Sie stecken beispielsweise in Käse und Butter. Seit einigen Jahrzehnten haben sich jedoch immer mehr künstlich hergestellte Transfette in die menschliche Ernährung eingeschlichen. Transfette ermöglichen es, Lebensmittel streichfähiger, cremiger und haltbarer zu machen. Und sie sind billig.

Schon seit Längerem ist es unbestritten, dass sie das Herzkreislaufrisiko drastisch in die Höhe treiben.

Doch nun zeigt sich, dass der Verzehr noch auf eine ganz andere Weise bedenklich ist:Schon geringe Mengen können offenbar das Risiko für Depressionen erheblich erhöhen, erklärt Almudena Sánchez Villegas von der Universität Las Palmas. Die Forscherin hat diesen Zusammenhang erstmals in einer Studie nachgewiesen.

Depressiv durch falsche Ernährung

Sánchez Villega und ihr Team haben nun erstmals die Auswirkungen verschiedener Fette auf die Psyche untersucht. Dazu werteten sie die Angaben von mehr als 12.000 Hochschulabsolventen über einen Zeitraum von sechs Jahren aus. 657 von ihnen erkrankten in dieser Zeit an Depressionen. Als die Forscher die jeweilige Depressionsquote mit den Ernährungsgewohnheiten verglichen, zeigte sich, dass Teilnehmer mit dem höchsten Verzehr von Transfetten ein um fast 50 Prozent höheres Depressionsrisiko hatten. “Je höher der Konsum war, desto höher war die Wahrscheinlichkeit, depressiv zu werden”, erklärt Sánchez Villegas.

Die Ergebnisse sind doppelt bedeutsam, weil die Untersuchten insgesamt vergleichsweise wenig Transfette konsumierten. So lag der Anteil der Transfette selbst in der Gruppe mit dem höchsten Verbrauch bei 0,4 Prozent der gesamten verzehrten Energiemenge. In anderen Ländern wie den USA liegt er häufig weit höher, nämlich bei bis zu 2,5 Prozent der aus Nahrung gewonnenen Energie. In dem Fall könnte der Einfluss aufs Gemüt noch deutlich massiver ausfallen, fürchten die Forscher.

Unheilvolle Wirkung

Transfette haben im Körper allerleiunheilvolle Effekte”: Sie sind schwerer verdaulich als andere Fette und treiben den Spiegel von schlechtem LDL-Cholesterin in die Höhe, während der des schützenden HDL-Cholesterins sinkt. Das führt dazu, dass sich in den Blutgefäßen verstärkt Plaques sammeln. Sie sind die Hauptursache für einen Infarkt. Doch Transfette richten noch weiteren Schaden an: Sie stören die Funktion des Endothels, eine Zellschicht an der Innenseite der Gefäßwände. Diese reguliert nicht nur den Blutfluss, sondern ist auch an der Produktion verschiedenster Stoffe beteiligt, darunter solchen, die Entzündungsgeschehen im Körper steuern. “Transfette treiben die Entzündungsfaktoren, sogenannte Zytokine, im Blut in die Höhe”, berichtet Sánchez Villega.

Dietary Fat intake and the risk of Depression. The SUN Project”, Almudena Sánchez Villegas; PLos one, Voloume 6, Issu 1, 2011

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