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Als Dinner-Cancelling wird jene Diät bezeichnet, bei der abhängig vom Tagesrhythmus ab 17 Uhr auf Nahrung verzichtet wird. Nach der Diät-Philosophie sollen zwischen der letzten Mahlzeit des Tages und dem Frühstück am nächsten Morgen mindestens 14 Stunden liegen. Dem Körper soll so die Gelegenheit gegeben werden, sich während der Nacht zu regenerieren, ohne Energie für die Verdauung aufwenden zu müssen
Tipps:
- Verzichten Sie an zwei Tagen in der Woche, die nicht unmittelbar aufeinanderfolgen, auf das Abendessen!
- Nehmen Sie nach 17 Uhr nur noch Flüssiges zu sich. Zu empfehlen sind ungesüßte Kräutertees oder stille Mineralwasser. Auch eine Gemüsebrühe ist erlaubt.
- Um Heißhungerattacken zu vermeiden, ernähren Sie sich tagsüber ausgewogen. Achten Sie daher auf abwechslungs- und vitalstoffreiche Kost, die Ihren Körper optimal mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt.
- Cancelling ist eine sehr wirkungsvolle Maßnahme, die richtig dosiert werden muss. Wer zu viel des Guten tut und zu häufig Mahlzeiten auslässt, riskiert Heißhungeranfälle.
- Übertreiben Sie nicht!
Vorteile:
Die Befürworter dieser Ernährungsweise halten das Dinner-Cancelling nicht nur für eine Methode zur Gewichtsreduktion, sondern glauben auch an eine Verminderung der Alterungsprozesse des Körpers im Sinne von Anti-Aging. Beim Verdauen werden so genannte freie Radikale gebildet, die für die Alterung der Zellen verantwortlich gemacht werden. Muss der Körper über Nacht nicht verdauen, werden in dieser Zeit keine freien Radikale freigesetzt. Außerdem soll Dinner-Cancelling die Körpertemperatur über Nacht minimal absenken, was der Regeneration förderlich sein soll.
Nachteile:
Generell ist nicht die Uhrzeit der Nahrungsmittelaufnahme entscheidend, sondern die Summe der Kalorien, die Sie Ihrem Körper zuführen. Wenn Sie mehr Energie in Form von Kalorien aufnehmen, als Sie verbrauchen, wird die überschüssige Energie in den Fettzellen gespeichert. Außerdem sind durch den ständigen Verzicht über kurz oder lang Heißhungerattacken vorprogrammiert.
Wissenschaftliche Meinung: DGE
Vor dem Hintergrund der weltweiten Zunahme des Adipositasproblems wird nach Ernährungsformen und -mustern gesucht, die auch bei Menschen mit weniger aktivem Lebensstil nicht zu Übergewicht führen. Vielfach besteht die Meinung, dass das Essen in den Abendstunden reduziert bzw. ganz unterlassen werden sollte (sog. „Dinner Cancelling“), um einer Gewichtszunahme vorzubeugen und schneller abzunehmen. Die wenigen Untersuchungen, die es zu diesem Thema gibt, sind insgesamt widersprüchlich.
In der epidemiologischen Follow-up-Studie (NHEFS, 1982–84) der NHANES-I-Studie mit über 7 000 Frauen und Männern und einem Nachbeobachtungszeitraum von zehn Jahren wurde beobachtet, dass das Ausmaß der Nahrungsaufnahme am Abend keinen Einfluss auf die Körpergewichtsentwicklung hatte (3).
In einer früheren Untersuchung war von Kant et al. (4) bei 1 802 Frauen der CSFII-Studie (Continuing Survey of Food Intakes by Individuals; 1985–86) die Energie- und Nährstoffzufuhr an vier nicht-konsekutiven Verzehrstagen nachträglich ausgewertet worden. In dieser epidemiologischen Querschnittsstudie war ebenfalls kein Zusammenhang zwischen dem Körpergewicht und der prozentualen abendlichen Energieaufnahme (nach 17 Uhr) der Probandinnen festgestellt worden.
In einer weiteren Untersuchung wurden die 7-Tages-Verzehrsprotokolle von knapp 900 Frauen und Männern analysiert (2). Hier zeigte sich, dass die Einnahme eines späten Abendessens mit einer insgesamt höheren Energiezufuhr über den ganzen Tag korrelierte, während eine höhere morgendliche Energiezufuhr mit einer geringeren täglichen Gesamtenergiezufuhr assoziiert war.
Ebenso ergab der Vergleich des Ernährungsverhaltens von übergewichtigen mit nicht übergewichtigen Frauen (1), dass übergewichtige Frauen pro Tag mehr Mahlzeiten zu sich nehmen (6,1 vs. 5,2). Hierbei ist auffallend, dass übergewichtige Frauen diese Mahlzeiten vermehrt später am Tag einnehmen. Diese Studie zeigte außerdem, dass die übergewichtigen Frauen mit durchschnittlich 11 970 kJ pro Tag mehr Energie aufnahmen als die normalgewichtigen (9 756 kJ).
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