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Der Nutzen spezieller Diabetiker-Lebensmittel ist umstritten: Sie enthalten zu viel Fett und Kalorien, sagen Experten. Außerdem führe die Bezeichnung “Diät” in die Irre. Jetzt sollen sie in Deutschland endgültig abgeschafft werden. Doch es wird noch eine Weile dauern, bis auch die letzten Diabetikerprodukte aus dem Supermarktregal verschwunden sein werden. Inzwischen hat der deutsche Bundesrat zugestimmt, die Anforderungen an diätetische Lebensmittel für Diabetiker in der Diätverordnung ersatzlos zu streichen. Die Konsequenz wird man künftig in jedem Supermarkt sehen können: Denn Lebensmittel dürfen dann nicht mehr als “für Diabetiker geeignet” gekennzeichnet und verkauft werden.
Es gibt jedoch eine Übergangsfrist von zwei Jahren. Bis 2012 dürfen die Unternehmen noch Diabetiker-Lebensmittel produzieren. Konserven, Marmeladen und Schokoladen müssen auch danach nicht aus dem Regal geräumt werden, erst wenn alle Lagerbestände raus ist, ist es endgültig vorbei mit Diabetiker-Produkten.
Bisher waren vielen Diabetiker froh, nicht auf Naschereien verzichten zu müssen und griffen beherzt zu Pralinen, Marmeladen, Kuchen und Pudding mit der Aufschrift “für Diabetiker geeignet”. Denn wenn das auf der Packung steht, dann darf man ja ohne Reue zulangen, meinen die Betroffenen häufig. Doch das ist leider falsch!
Die Ernährung ist das „Wichtigste“
Was viele nicht wissen: Diabetes ist keinesfalls nur eine “Zuckerkrankheit”. Auch Fett- und Eiweiß-Stoffwechsel sind gestört. Deswegen brauchen Diabetiker auch einen gesunden Ernährungsplan. Der Diabetiker soll sich so wie die Allgemeinbevölkerung ernähren: gesund, abwechslungsreich und kalorienbewusst.” Im Alltag heißt das: viel Gemüse. Denn das erhöht den Blutzucker nicht. An Obst reichen zwei bis drei Portionen am Tag, denn darin steckt auch Zucker. Zum Kochen verwendet man am besten Öl statt Butter, Vollkorn- statt Weißbrot, mageres Fleisch und fettarme Milchprodukte. In Maßen sollten fette Wurst, fetter Käse, Alkohol, Chips und Süßes am täglichen Speiseplan vertreten sein.
Nährwertangaben helfen Diabetikern
Um den Blutzuckerspiegel in Schach zu halten und Insulin richtig zu dosieren, müssen Diabetiker müssen ihre Ernährung genau planen. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft sieht in der Gesetzesänderung der Diätverordnung deshalb auch eine große Chance für mehr Transparenz. “Dazu gehört es vor allem auch, die Nährwerte auf einem Lebensmittel nachvollziehbar zu kennzeichnen”. Auf vielen Lebensmitteln fehlten genaue Angaben über den Gehalt an Eiweiß, Zucker, Fetten, Salzen und Ballaststoffen, zum Brennwert oder zur Gesamtmenge an Kohlenhydraten pro 100 Gramm. “Nur damit ist es für Menschen mit Diabetes möglich, ihr Insulin korrekt zu dosieren und ihre Ernährung zuverlässig zu planen.”
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