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Diätvergleich, die Glyx-Diäten!

August 1st, 2010 | Posted by Martin in Allgemein | Diätvergleich

Bei der Glyx-Diät sollen überwiegend Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Index verzehrt werden. Die Fett-, Eiweiß-, Kohlenhydrat- und Kalorienmenge der Nahrung ist hingegen nachrangig. Der Name Glyx-Diät stammt von der Ökotrophologin Marion Grillparzer, die den Begriff Glyx 1999 als Kurzform für “glykämischer Index” einführte. Die so genannte Glyx-Diät ist mit der Montignac-Methode und der Logi-Methode verwandt. Sie wird von ihren Vertretern als Diät zur Gewichtsreduktion empfohlen, aber auch als Dauerernährung.

“Diese Diät macht Sie glücklich!”, “Abnehmen mit Glücksgefühl”, “Essen gehen und dabei abnehmen”: Die Versprechen von Glyx-Diäten klingen verlockend. Worum geht es bei der bestsellerverdächtigen Wunderdiät? Glyx bezeichnet den glykämischer Index. Dieser gibt an, wie stark ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. So genannte “schlechte Kohlenhydrate” wie Weißmehlprodukte und Zucker treiben den Blutzuckerspiegel schnell in die Höhe, was auch die Insulin-Ausschüttung in der Bauchspeicheldrüse ankurbelt. Die Folge: Insulin baut den Blutzuckerspiegel so schnell ab, dass es zu Heißhungerattacken kommt. Zudem erschwert ein hoher Insulinspiegel den Abbau von Körperfett.

So funktioniert’s:

Nahrungsmittel werden in drei Kategorien eingeteilt: in solche mit niedrigem, mittlerem und hohem Glyx. An der ersten Gruppe kann man sich sattessen, bei der zweiten Gruppe sollte man sich zurückhalten und Lebensmittel mit hohem Glyx sollte man nur selten essen. Die Diätkost besteht folglich aus komplexen Kohlenhydraten wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Fisch. Eingeschränkt werden sollen Weißmehlprodukte, Kartoffeln je nach Zubereitung, Süßes, Fast Food und Fertiggerichte. Der Fettgehalt schwankt je nach Autor. Wie bei den Trennkost-Diäten ist man beim Einkauf und bei der Zubereitung auf Tabellen angewiesen und kann spontanen Gelüsten nicht so schnell nachgeben.

Das sagt die Wissenschaft:

Glyx-Diäten sind ein alter Hut mit neuem Bezug: Viele Regeln sind längst bekannt. Laut der Verbraucherzentrale Bayern “ist der glykämische Index, wenn überhaupt, nur ein Einflussfaktor von vielen für eine Gewichtsreduktion. Die empfohlene Kost ist zum Teil extrem eiweiß- und fettreich. Positiv ist der empfohlene reichhaltige Verzehr von Obst und Gemüse.” Die Einteilung in hoch- und niedrig-glykämisch ist jedoch nahezu unmöglich, denn die Zubereitungsart eines Lebensmittels und die Kombination einer Mahlzeit beeinflussen den glykämischen Index: Gekochtes hat einen höheren Index als Rohes oder Bissfestes. Spaghetti al dente haben beispielsweise einen niedrigeren Glyx als weichgekochte Nudeln. Bei Obst und Gemüse hängt der Index auch vom Reifegrad, dem Anbaugebiet und der Sorte ab.

Überblick

Glyx-Diäten

  • “Fit und schlank mit dem Glyx” von Michael Hamm enthält laut Stiftung Warentest einen ausgewogenen Speiseplan. Mit etwas höherer Kalorienzufuhr ist das Programm als Dauerernährung geeignet. Der Alltagsaufwand ist allerdings relativ hoch. Die Trennung von hoch-glykämischen Lebensmitteln und Fett ist fraglich: Das Fett bewirkt nämlich, dass diese langsamer verstoffwechselt werden und man nicht sofort wieder Hunger bekommt. Ein Bewegungsprogramm fehlt, Verhaltensänderungen werden nur am Rande angesprochen.
  • Die “Glyx-Diät” von Marion Grillparzer geht mit dem 3-Stufen-Programm für vier Wochen deutlich fettreduzierter ans Werk: Auf drei Suppen-Tage folgt eine Glyx-Fatburner-Woche und eine 20 Tage-Diät nach Baukasten-System. In den ersten zehn Tagen nimmt man nur bis zu 1.000 Kilokalorien täglich zu sich, laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist das ein bisschen zu wenig. Ansonsten sind der Eiweiß- und Fettanteil der Diät etwas zu hoch. Als Fatburner-Lebensmittel und -stoffe werden Kohlsuppe, Vitaminpräparate und L-Carnitin empfohlen – unhaltbar, meinen Ernährungswissenschaftler. Öko-Test gefielen die Tipps rund um die Diät und der Anstoß zur Veränderung des Bewegungsverhaltens.
  • “Essen gehen und dabei abnehmen”: Das Programm des Franzosen Michel Montignac klingt gut, weist aber einige Mängel auf. Theoretisch kann man bei dieser Diät Lebensmittel mit niedrigem Glyx beliebig mit Eiweiß und Fett kombinieren, die mit mittlerem Glyx dürfen nicht mit Fett gegessen werden und auf die mit hohem Glyx soll man verzichten – wie auch auf Honig, Weißmehlprodukte, Kartoffeln, Mais, Bananen und Melonen. Praktisch nimmt man bei Montignacs-Diät zu viel Fett und Eiweiß sowie zu wenig Kohlenhydrate zu sich. Genaue Rezepte fehlen, die Auswahl in Lokalen ist sehr eingeschränkt, Verhaltensänderungen werden nicht thematisiert und Sport wird gar als ungesund abgelehnt. Verschiedenste Weine werden als Heilmittel gegen Krankheiten aufgelistet – fünf unverständlicherweise auch während einer Schwangerschaft!
  • “Die Vollweib-Diät” von Christine Neubauer ist eigentlich keine Diät, sondern soll dabei helfen, “Diätkarrieren” zu beenden. Fünf Regeln stellt die Schauspielerin dazu auf: Mit Lust essen, wenig Fett, kaum Zucker, kein Weißmehl und regelmäßige Bewegung. Einen konkreten Diätplan gibt es hier ebenso wenig wie Kalorientabellen und Gewichtsversprechen. Neubauers Diät besteht aus einer abwechslungsreichen, fettreduzierten Mischkost mit Glyx-Aspekten. Milchprodukte kommen etwas zu kurz. Die psychischen Diät-Mechanismen werden ausführlich besprochen. Das Sportprogramm ist etwas veraltet und teilweise falsch.

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